Emotionen im Brief...

Viel lieber, Sidie, hätte ich das alles im Gespräch gesagt, ich weiß gar nicht, ob mans überhaupt, geschrieben, verständlich machen kann. (Verstehen Sie, was ich meine?) Da mein Kommen doch immer noch so unsicher hinausgeschoben bleibt (selbst wenn der Gärtner mit dem Phlox irgend ein heimliches Abkommen treffen sollte!) so wollt ich nicht warten, sondern auf gut Glück mich aussprechen, tant bien que mal und plutôt mal als bien, aber wie's mein Herz eben zu leisten vermag. Sie werden schon Nachsicht haben und den alten Freund reden lassen und wenn er gar nicht recht hat, mit nichts, - so hat er eben diesmal unrecht.
Rainer M. Rilke an Sidonie Nádherný von Borutin, Paris, 17 Rue Campagne-Première XIVe, am 21. Febr. 1914

Einen Brief soll ich schreiben

Meinem Schatz in der Fern;

Sie hat mich gebeten,

Sie hätt’s gar zu gern.

Da lauf ich zum Krämer,

Kauf Tint’ und Papier

Und schneid mir ein’ Feder,

Und sitz nun dahier.

Als wir noch mitsammen

Uns lustig gemacht,

Da haben wir nimmer

Ans Schreiben gedacht.

Was hilft mir nun Feder

Und Tint’ und Papier!

Du weißt, die Gedanken

Sind allzeit bei dir.


Theodor Storm (1817-1888)

Wie gut, dass wir beim Schreiben der eMails, SMSen oder WhatsApps unsere Emotionen den Smilies anvertrauen können... :-)

 

*

BLOG

Die letzten Einträge:

22. Juli 2017

Hamburg

Lesen....

20. Juli 2017

Zeeland

Lesen....

16. Juli 2017

Blindes Vertrauen

Lesen....

04. Juli 2017

Hummeln im Herzen

Lesen....

27. Juni 2017

Sommer

Lesen....


19. Juni 2017

Fotobücher

Lesen....

16. Juni 2017

Gartenfunde

Lesen....

06. Juni 2017

Mit Katrin unterwegs

Lesen....

28. Mai 2017

Palace de Muro

Lesen....

20. Mai 2017

Son Marriog

Lesen....





 

 HOME

ARCHIV nach Jahren: