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Die Borderabbeys in Schottland

In Amsterdam sind wir mit unserem Auto auf die Fähre nach Newcastle gegangen. Dort kamen wir am anderen Morgen ausgeschlafen an und fühlten uns gestärkt, die viele Kilometer lange Rundreise durch Küstengebiete und Highlands in Schottland zu bereisen. Obwohl sich dunkle Wolken am Himmel zeigten, war es trocken. Die Temperaturen passten und so steuerten wir als erste Ziele die Border Abbeys an. Genau wie bei unserer Südengland-Rundreise hatte ich auch jetzt Zuhause meine Hausaufgaben gut erledigt und war bestens vorbereitet mit Wissen über die geplanten Sehenswürdigkeiten. Auch welche Routen befahren werden sollten, wusste ich genau und merkte demzufolge sofort, wenn das Navi uns in eine andere Straße schickte. Mein Mann dachte schon, dass es mein 2. Besuch dort war. Nein, war es nicht! Auch die Meilen von einem Hotel ins andere waren berechnet und dazu noch Freiräume, um einfach nur dort sitzen zu können, um die herrliche Landschaft mit der erstaunlich schönen Flora zu bestaunen.

 

Jedburgh Abbey

 

Jedburgh ist die besterhaltene der drei Border Abbeys. Seit dem 12. Jahrhundert führten hier die Augustiner ihr Klosterleben. Über die Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach von englischen Truppen abgebrannt. 1545 erfolgte die endgültige Zerstörung.

 

Melrose Abbey

 

Theodor Fontane übersetzte die Zeilen des schottischen Dichters Sir Walter Scott über Melrose Abbey wie folgt:

 

Und willst du des Zaubers sicher sein

So besuche Melrose beim Mondenschein

Die goldene Sonne, des Tages Licht

Sie passen zu seinen Trümmern nicht.

 

Das stimmt natürlich und mein inneres fotografisches Auge konnte sich die Abbey im Mondenschein vorstellen. Doch ich war am frühen Nachmittag dort und musste dann das beste aus der Situation machen. Mir war es wichtig, keine anderen Besuchern auf das Foto zu bekommen und da zu unserer Zeit dort wirklich wenig los war, konnte ich mein Vorhaben auch umsetzen. Melrose Abbey gilt als die geschichtsträchtigste Abbey; denn hier soll das Herz des großen schottischen König Robert the Bruce begraben sein. 1920 fand man tatsächlich im Kapitelhaus ein mumifiziertes Herz in einem Bleikasten. Nach den Kriegszerstörungen durch die Engländer ist die Abtei, die 1136 von König David I. für französische Zisterzienser errichtet wurde, heute eine Ruine. Ungewöhnlich für die Gotteshäuser des Zisterzienserordens zeigt die Klosterkirche reichen Bauschmuck. Die asketische Bruderschaft lehnte eigentlich solche Zierde ab, denn sie verhindere die Andacht der Seele. 

 

 

Ein Wasserspeier soll oben am Kirchdach ein witziges Detail zeigen: ein Dudelsack spielendes Schwein. Wir haben es leider nicht gefunden.

 


 

Lange Zeit verbrachten wir in der Border Region. Doch dann mussten wir weiter; denn bis zu unserer ersten Herberge in Drymen, hatten wir noch ein Stück Weg vor uns. Der kleine beschauliche Ort liegt nördlich von Glasgow. Zwei Nächte wollten wir dort verbringen.