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Von Oban bis zur Isle of Skye


Um auf dem Weg von Oban zur Isle of Skye an der Küste zu bleiben, stellte ich das Navigationsgerät aus, das immer wieder versuchte, uns die A 82 schmackhaft zu machen. Hatte ich doch vor, ein viel fotografiertes Symbol des Landes zu entdecken: Castle Stalker, eine vierstöckige Burg auf einer winzigen Insel, die im Loch Laich, am Rand von Loch Linnhe, liegt. Die Burg mit dem kleinen Eiland bildet einen faszinierenden Anblick. Doch gerade dieser Anblick zeigte sich an diesem Morgen sehr schottisch. Nieselregen und Nebel. Obwohl ich ständig am Suchen war, hätten wir fast die Burg übersehen. Zum Glück nehme ich meine Fotos immer im RAW Format auf. Nur so konnte ich aus der nebligen Aufnahme noch recht viel gewinnen und auch die mystische Stimmung wiedergeben. Castle Stalker befindet sich im Privatbesitz, kann aber besichtigt werden.


Das Wetter meinte es auf dieser Strecke nicht gut mit uns. So konnten wir nur aus dem Auto einen Blick auf den Ben Nevis werfen, der mit 1343 m der höchste Berg ist und der sich an diesem Morgen ein Nebelkränzchen aufs Haupt gelegt hatte. Auch die einsame Schönheit des Glen Coe, dem "Tal der Tränen", konnten wir wetterbedingt nicht richtig genießen. Doch wir konnten erkennen, dass die Aussage, dass das Glen Coe zu den eindrucksvollsten und schönsten Glens der schottischen Highlands gehört, sehr viel Wahrheit beinhaltet. Ich möchte sagen, dass alles sehr vom Wetter abhängig ist; denn in Schottland scheint die Sonne nicht ständig. Charles Dickens hatte das Gefühl, dass im Tal Dämonen und Hexen lebten. Nach einem Picknick im Tal meinte Queen Victoria: "Welche Aussicht! Man sollte sich Zeit nehmen." Theodor Fontane bemerkte über das Wetter in den Highlands: "Manchmal regnet es, und manchmal regnet es immer."

 

Hinter Fort William sahen wir in der Nähe von Spean Bridge das Commando Memorial, ein Kriegerdenkmal, 1952 durch die Queen Mother zu Ehren der britischen Commandos des Zweiten Weltkriegs enthüllt. In dieser Landschaft fand während des Krieges die Ausbildung der Commandos statt. 

Auf der Gedenktafel am Sockel des Denkmals steht:

„In memory of the officers and men of the commandos who died in the Second World War 1939–1945.

This country was their training ground.“

 


Die meisten Besucher kommen sicherlich wegen der wunderschönen Landschaftszüge nach Schottland, die beherrscht wird von nebeligen Hochmooren, von runden Bergmassiven in den schönsten Farben und von geheimnisvollen schwarzen Seen. Es bieten sich auf einer Rundreise Anblicke, die sich für immer einprägen.


Am Treffpunkt dreier großer Seen steht das imposante Eilean Donan Castle, Schottlands meistfotografierte Burg. Wie so oft auf dieser Reise war das Wetter gnädig und wurde direkt ideal zum Fotografieren. Die bedrohlich wirkenden Wolken am Himmel dienten nur zum Dramatisieren des Bildlooks und zeigten sich regentropfendicht. Wie alle Fotografen hoffte ich auf wenig Besucher, die meine Bildkomposition störten. Diese Gedanken verbiete ich mir aber immer schnell; denn es ist schon höchst egoistisch gedacht... besonders, wenn man dort zur besten Besuchszeit auftaucht. Unzählige Aufnahmen habe ich von der Burg gemacht, die seit dem 13. Jahrhundert bewohnt wird. Das Aussortieren war gar nicht einfach.


Am späten Nachmittag hatten wir sie plötzlich vor uns: die Skye Bridge, die die Isle of Skye, eine Insel der Inneren Hebriden, mit dem Festland verbindet.

 

 

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